Arbeiten und Wohnen in Liechtenstein

(rpf) Gleich vorweg die vereinfachte Kurzformel für ausländische Arbeitnehmer: Arbeiten in Liechtenstein ist möglich, Wohnen in Liechtenstein kaum. Liechtenstein ist ein Kleinstaat mit 37‘129 Einwohnern* (24‘610 Liechtensteiner und 12‘519 Ausländer) und einer Fläche von 160 km². Der relativ hohe Ausländeranteil von 33.7% sowie die sehr begrenzte Siedlungsfläche (nur 11% des Staatsgebiets, also 17 km²) sind Gründe für eine eher zurückhaltende Vergabe von Aufenthalts- bzw. Niederlassungsbewilligungen für Ausländer in Liechtenstein.

Die Zahl der erwerbstätigen Einwohner beträgt 18’994, was einer Erwerbsquote von 73.4% entspricht (Eurozone: 72.4%). Die überdurchschnittlich diversifizierte und sehr international ausgerichtete Industrie, das starke einheimische Gewerbe sowie ein etwas stagnierender Dienstleistungssektor bieten allerdings 36‘224 Arbeitsplätze. Dies führt dazu, dass täglich 19‘140 Personen nach Liechtenstein pendeln um dort zu arbeiten (52.5% aus der Schweiz, 43.4% aus Österreich, 3.2% aus Deutschland).

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Arbeitsbewilligungen

Für Schweizer Staatsangehörige ist weder eine fremdenpolizeiliche Bewilligung notwendig noch eine Meldepflicht zu beachten.

Personen mit EWR-Staatsbürgerschaft, welche ihren Arbeitsort und ihren Arbeitgeber in Liechtenstein haben und täglich an ihren Wohnsitz ausserhalb Liechtensteins zurückkehren, erhalten beim Ausländer- und Passamt (APA) in Vaduz eine Grenzgängermeldebestätigung (GMB). Der Antrag muss bis spätestens 10 Tage nach Stellenantritt eingereicht werden. Welche Unterlagen Sie genau benötigen erfahren Sie beim APA, im Wesentlichen sind dies aber

  • offizielles Gesuchsformular
  • Formular „Persönliche Angaben zur Ausstellung des Aufenthaltstitels“ inkl. Passfoto und Unterschrift
  • eine Kopie Ihres Arbeitsvertrags (bei unselbständiger Tätigkeit)
  • eine Kopie Ihrer Gewerbebewilligung (bei selbständiger Tätigkeit)
  • Kopie des gültigen Passes oder der gültigen Identitätskarte
  • Nachweis einer obligatorischen Krankenversicherung

Ausländer ohne EWR-Staatsbürgerschaft (Drittstaatsangehörige), die in Liechtenstein eine Stelle antreten möchten und täglich an ihren Wohnsitz ausserhalb Liechtensteins zurückkehren, können beim APA eine Grenzgängerbewilligung für Drittstaatsangehörige (G) beantragen. Der Antrag muss bis spätestens 14 Tage vor dem geplanten Stellenantritt beim APA eingereicht werden. Der Stellenantritt darf erst nach Erteilen der Bewilligung erfolgen.

Eine weitere Möglichkeit für ausländische Arbeitnehmer, die nicht im unmittelbaren Grenzraum wohnhaft sind und die Erwerbstätigkeit daher nicht als Grenzgänger ausüben können, stellt die Bewilligung in Briefform (BIB) dar. Dabei besteht die Möglichkeit einer maximalen Anwesenheit von 180 Tagen während einer Gültigkeitsdauer von 12 Monaten. Voraussetzung ist eine Erwerbstätigkeit von mindestens 50%.

*Quelle: Liechtenstein in Zahlen 2015, Stand 31.12.2013